Print this page
Freitag, 30 Dezember 2016 17:31

Malaria: Neuer Resistenzmarker für Piperaquine entdeckt

Zusammengestellt von
Bewerten Sie diesen Artikel
(0 votes)

Bangkok – In den vergangenen Jahren haben sich im Mekong-Delta Plasmodium-falcipa­rum-Stämme ausgebreitet, die gegen die Erstlinientherapie mit Artemisinin resistent sind. Wie weit verbreitet Resistenzen gegen Kombinationstherapien sind, war bisher unge­wiss, da entsprechende Marker fehlten. Zwei Forscherteams aus Kambodscha und England konnten jetzt einen Resistenzmarker für Piperaquine definieren. Er ermöglicht die Vor­her­sage, ob die Kombinationstherapie Erfolg haben wird. Die beiden Studien sind ges­tern im The Lancet Infectious Diseases erschienen (2017; doi: 10.1016/S1473-3099(16)30409-1 und 10.1016/S1473-3099(16)30415-7)

In Südostasien sind Ärzte häufig darauf angewiesen, Artemisinin mit anderen Medika­menten wie Piperaquine, Lumefantrine und Amodiaquine zu kombinieren. Aber selbst die sind immer häufiger wirkungslos gegen den resistenten Erreger, der erstmals 2007 in Kambodscha nachge­wiesen wurde und sich seitdem in Teilen von Nordost-Thailand, im südlichen Laos und im östlichen Myanmar ausbreitet. In einigen Regionen soll die Behandlung mit Piperaquine in bis zu 60 Prozent der Fälle versagen.

Mithilfe der neuen Resistenzmarker für Piperaquine erhoffen sich die Forscher zwei Vorteile: Zum einen können sie auf Anhieb die Medikamentenkombination auswählen, die noch wirken würde. Zum anderen soll die derzeitige Verbrei­tung der Piperaquineresistenz unter­sucht werden. Erstautor Roberto Amato vom Wellcome Trust Centre for Human Genetics in Oxford hatte mit seinem Team 297 Erregerstränge aus Kambodscha auf Marker untersucht. Das

weite Team um Benoit Witkowski und Valentine Duru vom Institut Pasteur in Phnom Penh analysierte 31 Parasitenstränge, die ebenfalls die Genmarker Plasmepsin 2 und 3 fanden.

Die beiden Studien geben aber noch weitere Hinweise auf mögliche Medikamen­ten­kombi­nationen. Die Amplifikation von Plasmepsin 2 und 3 ging mit der Abwesenheit des mdr1-Markers einher, der die Resistenz gegen Mefloquine kennzeichnet. Man könnte davon ausgehen, dass die beiden Resistenzen gegensätzliche Mechanismen verfolgen, schlussfolgert Arjen Dondorp von der Mahidol University in Bangkok in einem Kommen­tar zu den beiden Studien. Eine Kombination von Mefloquine und Piperaquine könnte daher erfolgversprechend sein, oder sogar ein Triplet, wie es bereits untersucht wird.

Gegenüber der Nachrichtenagentur afp warnte Dondorp vor einer Ausbreitung des resistenten Malariastrangs in Afrika: „Wenn er einmal in Afrika ist, wäre es eine Katastrophe, denn dort gibt es die meisten Malariafälle weltweit.“ In seinem Kommentar schreibt er zudem, dass in dieser Dekade keine neuen Antimalariamedikamente zu erwarten sind und bezieht sich dabei auf ein Editorial von Nicholas White vom Tropen­institut der Mahidol-Universität in Bangkok von 2016.

Read 406 times Last modified on Freitag, 03 Februar 2017 19:28
Dr. Mariyet Zahedi Nik

I completed studies in two universities with two different majors at the same time(commercial management and software engineering). Then turned to my great love, medicine, by studying social working and nursing in Iran. After that I  immigrated to Austria and studied medical Informatics and Pharmacy in German in Vienna University .In 2011 and 2012 I was awarded as an Outstanding Student from” The students living abroad.” Due to some problems I had to stay and live in Iran for some years.  Having been here in Tehran only 3years, I am now finishing my education in Pharmacy in Shahidbeheshti University.